Gartenkonzept

Konzept der Gartenanlage des Ravensberger Stifts
Grundsätzliche Philosophie
Im folgenden werden Gedanken und Ideen aufgezeigt, die bei der Gestaltung der Außenanlage berücksichtigt wurden und von Bedeutung sind. Primär wurden die außen liegenden Anlagen errichtet, um den Bewohnern und Mitarbeitern eine Ausgleich und Abwechslung zum langen Aufenthalt in Gebäuden zu bieten. Dabei steht das Erleben in der Natur und das sich Wohlfühlen im Vordergrund. Das Konzept vervollständigt den Ansatz des Ravensberger Stifts, mit dem Einsatz von Aromatherapie, Naturheilmitteln und Wellnessangeboten die Natur zur Steigerung des Wohlbefindens gezielt zu nutzen.

Dem Konzept liegt ein ökologischer Planungsansatz zu Grunde, der die Verwendung von Regenwasser über eine Zisterne für die Versorgung von Pflanzflächen nutzt.
Die Schaffung eines hohen Flächenanteils an Vegetationsfläche führt zu einer reduzierten Versiegelung. Die Bodenbepflanzung wird durch eine Fassadenbegrünung mit wildem Wein und Blauregen sinnvoll ergänzt. Beschaulich ist die Anlage von sonnigen und schattigen Aufenthaltsplätzen, im Eingangsbereich mit Brunnenstein und Wasserspiel.
Es wurden möglichst natürliche Materialen (Holz, Naturstein, Beton) gewählt und die Verwendung von künstlich hergestellten Stoffen (PVC, Vliese) auf das notwendigste begrenzt. Dies zeigt sich auch im gestalterischen Einsatz der Wegematerialien von grob strukturierten Oberflächen in gebäudefernen Grundstücksteilen, zum Gebäude hin feiner werdende Oberflächen, die im Farbspiel der Oberflächen mit den Fassadenfarben abgestimmt wurden.

Die Gestaltung wurde so aufgebaut, dass haus nah eine intensive und differenzierte Formgebung gewählt wurde, die sich dem intensiv genutzten Gebäude anpasst und den Wohnraum von innen nach außen führt. Je weiter man sich jedoch vom Gebäude entfernt übernimmt die Natur das sagen. Dies wird sich auch im Pflegeaufwand zeigen. Der Natur gibt so die Chance, sich selbst zu regulieren; es sind nur wenige lenkende Eingriffe nötig.
Die Vegetation zeigt eine artenreiche Vielfalt an heimischen Pflanzen (z.B. Weißdorn, Hasel), von denen auch Tiere etwas haben und Zierpflanzen (z.B. Rosen, Gräser) die optisch ansprechend wirken. Es wurde Wert darauf gelegt, dass zu jeder Jahreszeit etwas Blühendes oder eine interessante Struktur entdeckt werden kann. Die abgeblühten Staden und Gräser werden daher erst im Frühjahr zurück  geschnitten. Die Vogelwelt findet im Winter die Samen als Nahrung.

Ziel der Gartenanlage ist es möglichst viele Kreisläufe zu schließen, das bedeutet die ökologischen Regeln der Natur sich zu Nutze zu machen. (Das sensible Zusammenarbeiten der Natur verspricht bei weniger Arbeit mehr Erfolg)

Sinneserlebnisse für alle fünf Sinne:
Die Außenanlage ermöglicht das gezielte aber auch unbewusste Anregen der fünf Sinne.
Sie lässt vielfältige Kontraste entstehen, die erlebbar werden:

  • Licht-Schatten,
  • ruhig-belebt,
  • hoch-flach,
  • süß-sauer,
  • hell-dunkel,
  • rund-eckig
  • hart-weich,
  • befestigte Flächen –Pflanzen

und andere mehr. Die Kontraste erzeugen Spannung, wirken anregend und belebend und steigern das Wahrnehmungsvermögen.

Anregung der fünf Sinne:

  • Sehen– in Form von unterschiedlichen Farben, Blüten und Formen
  • Hören– das Plätschern des Wassers in Brunnen, Windrauschen in Bäumen, Vogelgezwitscher
  • Schmecken– im Naschgartenbereich von unterschiedlichen Obst- und Beerensorten, wie verschiedenen Apfelsorten, Birne, Süßkirsche, Walnuss, Blaubeeren und Johannisbeeren. In den Hochbeeten werden Gemüse, Erdbeeren und Kräuter angelegt, gepflegt und geerntet.
  • Riechen– der Duft von Lavendel und Rosen im sonnigen Eingangsbereich, aber auch die unterschiedlichen Düfte der vielfältigen Vegetation können stimulierend und gleichzeitig beruhigend wirken.
  • Fühlen– die unterschiedlichen Materialien, wie Naturstein, Betonstein, Rasen und die verschiedenen Blattoberflächen (glatt-rau, filzig) können über die Hände aber auch über die Fußsohlen erfahren werden. Hierfür ist ein Therapieweg/ Barfußpfad mit seine unterschiedlichen Materialien und Strukturen (Holz, Steinplatten, Kies) angelegt worden. Nicht zuletzt wird bewegtes Wasser am Brunnenstein seinen besonderen Reiz durch das erfühlen von unterschiedlichen Temperaturen entfalten.

Der Mensch ist Teil der Natur (zumindest in stofflicher Hinsicht). Das Verständnis von Zusammenhängen in und die Zusammenarbeit mit der Natur bietet viele Vorteile, gibt Zufriedenheit und innere Ruhe für alle Bewohner und lässt eine tiefe Sinnhaftigkeit des Lebens erfahrbar machen.

 

Praetorius Ag
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